DENKANSTÖSSE HEINRICH MANNS

DENKANSTÖSSE HEINRICH MANNS

(zusammengestellt von Peter-Paul Schneider)

 

Wenn man auch nicht an den Kapitalismus rührt, kann man sehr wohl die Kapitalisten verantwortlich für die verursachten Schäden machen, und das sowohl rechtlich wie wirtschaftlich. Ich glaube, man wird diese Dinge erleben. Wir werden uns dann in einer radikalisierten Demokratie befinden ...

 

Antwort an Maxim Gorki  [März 1931] In: Das öffentliche Leben. Essays, StE, S. 345

 

Denn Freiheit: das ist die Gesamtheit aller Ziele des Geistes, aller menschlichen Ideale. Freiheit ist Bewegung, Loslösung von der Scholle und Erhebung über das Tier: Fortschritt und Menschlichkeit. Frei sein heißt, gerecht und wahr zu sein; heißt, es bis zu dem Grade sein, daß man Ungleichheit nicht mehr erträgt. Ja, Freiheit ist Gleichheit. Ungleichheit macht unfrei auch den, zu dessen Nutzen sie besteht. Wer die Macht übt, ist ihr Knecht nicht weniger als wer sie duldet. Der Tyrann (wer wäre nicht Tyrann!) leidet unter der Menschheit, wie sie unter ihm: er erniedrigt sich in denen, die er erniedrigt. Nur Flucht ins Menschentum kann ihn retten. Rette er sich, auf die Gefahr hin, unterzugehn! Denn Freiheit ist der Wille zu dem als gut Erkannten, auch wenn das Schlechte das Erhaltende wäre. Freiheit ist die Liebe zum Leben, den Tod mit einbegriffen. Freiheit ist der Mänadentanz der Vernunft. Freiheit ist der absolute Mensch.

 

Voltaire - Goethe [Frankreich. Aus einem Essay] [entstanden 1909/1910] In: Macht und Mensch. Essays. StE, S.

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